Home-Office. Das klingt erstmal nach der Freiheit, den ganzen Tag in Jogginghose am Lieblingsort mit dem Laptop in der eigenen Wohnung zu verbringen. Ich kann nebenbei essen, Pausen aktiv gestalten oder Musik hören, ohne die Kolleg*innen abzulenken. Und auch mich lenkt niemand ab. Außer die Wäsche, die noch aufzuhängen ist und vielleicht auch der rückenschonende Bürostuhl, für den ich noch kurz im Netz recherchieren müsste.
Vor nun beinahe drei Wochen muss auf einmal alles ganz schnell gehen. Während noch völlig unklar ist, was die offizielle Ausrufung der „unterrichtsfreien Zeit“ in der Praxis bedeuten könnte, versammelt sich eine Horde ratloser Lehrkräfte zur Krisensitzung. Völlig analog noch und massiv unbeholfen. Wie nahe dürfen wir uns noch kommen? Können wir danach noch irgendwo einen Kaffee trinken gehen und uns weiter über unsere Ratlosigkeit austauschen? Erstmal waschen wir zwar demonstrativ und moralisch erhaben fleißig unsere Hände, teilen dann aber letztlich doch die gemeinsame Kaffeekanne.