Medienbildung

Seminarprogramm 2020/2021:

1. Das Smartphone in der Schule – Strategien zwischen Regeln und Verboten

Schule und Lehrkräfte spielen in der Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen zweifellos eine große Rolle. Doch die praktische Umsetzung dieser wichtigen Aufgabe geht mit viel Unsicherheit und vielen Fragezeichen hinsichtlich des Inhalts und der Funktionsweise einher. Die Fortbildung gibt einen Einblick in die mediale Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen der Sekundarstufe I und vermittelt dabei die Reize, welche Apps wie Snapchat, Tiktok oder YouTube auf Schüler*innen ausüben. Gleichzeitig werden auch soziale sowie (jugendschutz-)rechtliche Risiken thematisiert, die den jungen Nutzer*innen oft nicht bekannt sind. Für die didaktische Aufarbeitung von Themen rund um das Thema Smartphone und Mediennutzung zeigt die Fortbildung niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeiten, welche auf die technischen Voraussetzungen der Schule abgestimmt sind.

2. Selbstdarstellung im Netz – Mädchen zwischen Empowerment und Objektifizierung

Visualität und Selbstdarstellung sind entscheidende Elemente der unter Kindern und Jugendlichen beliebten Apps Instagram, Snapchat und Tiktok.Der Druck zum Vergleich und zur Körperoptimierung während der Pubertät wird von Mädchen noch stärker wahrgenommen als von Jungen. Hinzu kommt das Aufwachsen in einer digitalen Welt, in der die Trennung zwischen Öffentlichkeit und Privatheit nicht von vornherein vorhanden ist, sondern erst erlernt werden muss. Bilder sind nicht mehr nur in TV und Printmedien zu sehen, sondern werden durch Social Media zentraler Teil des Alltags und wirken enorm auf ein spezifisches, vor allem weibliches, Körperideal ein. Der Umgang mit dieser Situation stellt eine gesellschaftliche Herausforderung dar, welche nicht nur unter dem Aspekt der Medienerziehung, sondern auch der Gewaltprophylaxe zu sehen ist.

3. Hate Speech – Zwischen Meinungsäußerung und Hass

Soziale Medien wie YouTube wurden zunächst als demokratische Medien eingeordnet – hier kann nicht mehr nur konsumiert, sondern auch produziert werden: Schnell, anonym und ungefiltert. Auf diese Weise werden Kreativität und Wissen zugänglich, auch gesellschaftlich ungehörte Stimmen finden ihren Platz, das Prinzip der freien Meinungsäußerung wird gestärkt und Diskussionen über wichtige Themen gefördert. Die Kehrseite partizipativer Social Media Plattformen allerdings sind all diejenigen Aussagen, welche Hass als strategisches Mittel zur Verfolgung einer demokratiefeindlichen und menschenrechtsverachtenden Agenda einsetzen – ob über einen (Chat-)Bot oder vermeintlich harmlose Scherze im Team-Chat eines Videospiels. Hate Speech findet in verschiedenen digitalen Räumen statt und hat immer auch Auswirkungen auf die Offline-Welt. Um Strategien zu erkennen und Hass nicht als Meinungsäußerung zu verstehen, bedarf es nicht nur der politischen Bildung und Wissen über die strafrechtliche Einordnung von Hate Speech. Darüber hinaus ist Medienbildung erforderlich, welche die technisch-sozialen Mittel von Social Media transparent macht und eine kritische Betrachtung von digitalen Inhalten ermöglicht.

4. Datenschutz in der Schule

Am Datenschutz führt auch in der Schule kein Weg mehr vorbei. Ob es um das Verlesen von Noten vor der Klasse, die Verwendung privater Endgeräte, die Anfertigung und Veröffentlichung von Fotos oder die Handhabung von Klassenbüchern geht – mit großer Regelmäßigkeit stellen sich den Lehrern heutzutage vielfältige Fragen im Themenfeld Datenschutz. In der Fortbildung werden die im Schulalltag zu beachtenden Anforderungen der maßgeblichen Gesetze zum Datenschutz konsequent anwendungsbezogen dargestellt. Es werden die grundlegenden Prinzipien der technischen Datensicherheit erläutert und organisatorische Fragen des Datenschutzes erörtert. Schließlich werden Grundzüge des Beschäftigtendatenschutzes dargelegt. 

5. Medienkompetenz und politische Bildung 

Wenn es um die Verständigung über die Gestaltung einer ‚digitalen Gesellschaft‘ geht, zeigen sich viele Phänomene zwischen Informationstechnologien und sozialen Kommunikationsprozessen, die zahlreiche konkrete Fragen zum Wechselverhältnis von multimedialer Medienkultur und politischer Meinungs- und Willensbildung aufwerfen: Wie stark können Social Bots als intelligente Algorithmen die politische Meinungsbildung auf Social Media Plattformen bestimmen? Kann durch softwarebasierte Automatismen dieser Art die allgemeine Nachrichtenproduktion durch eine stark individualisierte Informationswelt aus heterogenen Filterblasen verdrängt und die politische Entscheidungsfindung nachhaltig verändert werden? Wird die gegenwärtige Diskussionskultur immer stärker durch irreführende Fake News zersetzt? Die Diskurse über diese Verschiebungen innerhalb einer digitalen Informationsgesellschaft kennzeichnen aktuelle politische Wertekonflikte.

6. Einsatz sozialer Medien im Schulunterricht: Quellenbewertung im Internet​

Soziale Medien wie YouTube, Instagram oder Twitter gelten auch im Bewusstsein von LehrerInnen noch häufig als Unterhaltungs- oder Freizeitmedien ihrer SchülerInnen. Der Wandel des Wissens und seiner Medien ist allerdings grundlegend und weitreichend: Im alltäglichen Erleben von SchülerInnen werden die traditionellen Medien des Buches, der Zeitung oder der analogen Fotografie immer mehr durch digitale Medien und ihre spezifischen Ästhetiken und Kommunikationspotenziale abgelöst. Hierdurch ändern sich langfristig die kulturellen Wahrnehmungsformen und Vorstellungen von Wissen. Diesem Wandel muss Unterricht gerecht werden: Die im schulischen Kontext bereits existierenden Formen der Quellenkritik müssen erweitert werden. Schule muss über die Nutzungen von sozialen Medien und ihre technischen und kulturellen Funktionsweisen informieren.

7. Soziale Medien als Herausforderung: Schutzmöglichkeiten der Persönlichkeit im Netz​

Kommunikation findet vermehrt mithilfe von sozialen Medien statt und ist fester Bestandteil im Alltag von Kindern und Jugendlichen. YouTube, Twitter, Instagram und Co ermöglichen es den NutzerInnen, sich selbst zu präsentieren und zu produzieren, sich mithilfe von Text, Bild- und Ton-Nachrichten auszutauschen und Gruppen zu bilden. Hierdurch werden produktive Formen des medialen Austausches, der Selbst-Konstitution und der globalen Vernetzung möglich.

Probleme hingegen können dann auftreten, wenn durch leichtfertige Preisgabe persönlicher Daten Risiken von Internetkriminalität in Kauf genommen werden und NutzerInnen z.B. durch Passwortdiebstahl zu wirtschaftlichem Schaden kommen. Durch die weitreichende Anonymität in sozialen Netzwerken ist auch die Beschädigung der personellen Integrität davon nicht ausgenommen, etwa, wenn sich das Echo auf einen Kommentar im Netz zu einem ‚Shitstorm‘ auswächst oder NutzerInnen durch Gruppendynamiken zu Opfern von sozialer Gewalt und Ausgrenzung im Sinne von ‚Hatespeech‘ und ‚Cybermobbing‘ werden. Diese Probleme lassen sich kaum vom Lern- und Lebensraum der Schule trennen.

8. Urheberrecht für LehrerInnen

Welche Unterlagen aus dem Internet darf ich als Lehrer für meinen Unterricht verwenden? Darf ich YouTube-Videos zeigen? Was ist bei Musik zu beachten? Wie finde ich frei nutzbare Materialien? Diese und ähnliche Fragen werden in der Fortbildung konsequent anwendungsbezogen beantwortet. Es werden die Grundlagen des Urheberrechts und die zulässigen Möglichkeiten der Nutzung urheberrechtlich geschützten Materials im Schulunterricht erläutert. Außerdem werden die urheberrechtlichen Fallstricke bei der Nutzung von ‚Neuen Medien‘ erläutert. Materials im Schulunterricht erläutert. Außerdem werden die urheberrechtlichen Fallstricke bei der Nutzung von ‚Neuen Medien‘ erläutert.