Die bundesweiten Schulschließungen haben das Leben der LehrerInnen in diesem Land nicht gerade einfacher gemacht. Nach dem Willen vieler Schulämter und Schulleitungen soll COVID-19 dem Unterricht kein Ende setzen, sondern der Virus soll per Digitaltechnik ausgetrickst und der Unterricht aufrechterhalten werden. Auf hastig einberaumten Konferenzen wird den LehrerInnen mitgeteilt, „dass“ der Unterricht möglichst weitergehen soll, das „wie“ bleibt aber vielfach offen. Der häufige Mangel an Strategien und Konzepten zur Digitalisierung im Bildungssektor lässt die Beteiligten dann mit Fragen weitgehend allein.
Vor nun beinahe drei Wochen muss auf einmal alles ganz schnell gehen. Während noch völlig unklar ist, was die offizielle Ausrufung der „unterrichtsfreien Zeit“ in der Praxis bedeuten könnte, versammelt sich eine Horde ratloser Lehrkräfte zur Krisensitzung. Völlig analog noch und massiv unbeholfen. Wie nahe dürfen wir uns noch kommen? Können wir danach noch irgendwo einen Kaffee trinken gehen und uns weiter über unsere Ratlosigkeit austauschen? Erstmal waschen wir zwar demonstrativ und moralisch erhaben fleißig unsere Hände, teilen dann aber letztlich doch die gemeinsame Kaffeekanne.